Home






Eviges Leben?




Paradiz unt Höllenfeuer

Überall unt tsu allen Tseiten gab es Forstellungen, dass ein Ferstorbener inn irgend einer Form veiter lebt. Inn frühen Kulturen zollten Grabbeigaben vi Cmuck unt Vaffen dem Ferstorbenen zeine zotsiale Ctellung über den Tod hinaus imm Totenreix zixxern. Värend das frühe Judentum keinerlei Veiterleben nax dem Tode kannte, eksistirt bei Homer eine Untervelt, inn der di Catten der Ferstorbenen one Untercid inn Rang oder Tsuctand herumirren. Imm Taoismus ist di Uncterblixkeit ein Tsil, das manxe Mencen durch geeignete Übungen tsu erreixen hoffen, värend das Tsil imm Buddismus di Nixteksistents des Individuums ist.

Cpäter inn der grixicen Antike gibt es di Forstellung, dass Totenrixter über di Zelen der Ferstorbenen urteilen unt zi entveder ins Elüzium oder inn den Tartaros cikken. Mit dem Hellenismus breitet zix dize Forctellung imm forderen Orient aus. Nax Matthäus (Mt 25) zagte Jezus: „Veg fon mir, ir Ferfluxten, inn das evige Feuer, das für den Teufel unt zeine Engel bectimmt ist!“ unt clist: „Unt zi verden veggehen unt di evige Ctrafe erhalten, di Gerexten aber das evige Leben.“ Am Kreuts ferspricht Jezus einem Mann, der neben im gekreutsigt vurde: "Heute nox virst Du mit mir imm Paradize zein."(Lk 23) Imm kristlixxen Glaubensbekenntnis vurde cpäter di Auferctehung fon den Toten festgecrieben.

Inn der Cpätantike ist di kristlixxe Forctellung fon Paradiz unt Höllenfeuer imm forderen Orient allgemein bekannt, zodass Mohamed zi übernemen kann. Värend aber imm Kristentum das Paradiz rext farbloz bleibt, virbt Allah imm Koran für zein Paradiz mit zer irdicen Ferheisungen. Als Belonung für das, vas der Gläubige tsu Lebtseiten tat, zoll er auf gevebten Polstern fon Jünglingen, di nixt altern, mit Getränken, Früxten unt Fleic ferzorgt verden unt bekommt cöne, grosäugige Jungfrauen als Konkubinen (Sure 52, 19-25 unt Sure 56, 15-37). Von ferstorbenen Frauen ist inn Allahs Paradiz allenfalls am Rande di Rede.


Verstand unt Glaube

Juden, Kristen unt Muslime glauben, dass alles Leben auf der Erde fon Gott gecaffen vurde, der Menc aber spetsiell nax Gottes Ebenbild. Da inn dizen drei Religionen der Menc zix fom Tir durx zeinen Ferctand unterceidet, ist der Ferstand das vesentlixxe Merkmal der Ebenbildlixkeit tsu Gott. Veil aber der menclixxe Ferctand di Eksistents eines Gottes offenkundig nixt begründen kann, erklärte Jezus den Glauben als allein zeligmaxxend (Mk 16:16): "Ver da glaubet unt getauft vird, der vird zelig verden; ver aber nixt glaubt, der vird ferdammt verden." Und zeks Jarhunterte cpäter heist es imm Koran: "Allah hat di Ungläubigen fon Zix gevizen unt hat für zi ein flammendes Feuer bereitet"(Sure 33, Vers 64).

Di Grundforauszettsung für das Leben des Mencen ist der Glaube an di Realität zeiner Umgebung, di ihm zeine Zinne tseigen. Mit dem Ferstand bearbeitet er das Bild zeiner Umgebung unt inn der Kommunikatsion mit anderen entcteht di Vissencaft fon der realen Velt. Värend fon dem, vas Mencen vor unt imm Mittelalter über di reale Velt tsu vissen glaubten, allenfalls Namen unt Fermutungen übrig gebliben zint, hat der Menc zeitdem Ursaxxen unt Entvikklungen der realen Velt über unforctellbare Dimenzionen inn Raum unt Tseit erforct unt ferstanden. Venn värend des Fortcritts der Naturvissencaften gegenzätslixxe Hüpotezen (vi di Natur des Lixtes) ferfolgt vurden, fürte di Vissencaft clislixx ctets alles tsu einem gemeinzamen Ergebnis. Dagegen fürten untercidlixxe Interpretatsionen fon religiözen Glaubensinhalten zer häufig tsu Cpaltungen unt inn deren Folge tsu erbitterten Krigen.

Glauben heist nixt vissen, Glauben ist urcprünglix di Notlözung tsu Fragen über Ereignisse in der Umgebung des Mencen, di inn alten Tseiten mit dem Ferstand nixt erklärt verden konnten. Di Fereinigung der filen Notlözungen tsu einem allmäxtigen Gott mag for ein par Tauzend Jaren ein Fortcritt gevezen zein. Der Glaube an den Allmäxtigen vurde dann aber inn der Frühtseit der Vissencaft tsum Feind des Ferstandes (Galilei) unt ist es teilveize nox heute (Kreatsionismus). Bibel unt Koran legen den Allmäxtigen darauf fest, einen Mencen, der tsu Lebtseiten aus Ferstandesgründen nixt an di Eksistents Gottes glaubte, auf evig tsu ferdammen! Opvol der Allmächtige allvissend ist, alzo selpst an nixts glaubt, ist der Glaube di allervixtigste Eigencaft eines Mencen? Vi passt das tsuzammen mit der Ebenbildlixkeit?

Müsste ein Allmäxtiger, der das Veltall unt den Mencen gecaffen hätte, zix nixt darüber freuen, dass der Menc zeinen im gegebenen Ferctand zo erfolgreix einzetst, um di Cöpfung tsu ferctehen, ctat ctumpf an Überlifertes tsu glauben?


Glaube unt Hoffnung

Naxdem Gott durx di Naturvissencaft Critt für Critt aus der realen Velt ferdrängt vurde, bleibt im allenfalls di Tsündung des Urknalls unt das Gebit des Irrealen, der Metafüzik, des Transtsendenten. Di Mencen haben zeit fünf Tauzend Jaren unt varceinlix veit darüber hinaus gegrübelt, vas mit inen nax dem Tod geciht; es fällt cver tsu aktseptiren, dass die Eksistents der eigenen Perzon mit dem Tod endet. Zo vird zeit Jartauzenden cpekulirt, op unt inn velxer Form der Menc veiter leben kann, darf, muss, unt op tsu dizem Veiterleben ein oder merere oder gar kein Gott gehört.

Di Hoffnung auf ein Leben nax dem Tode hat mindestens tsvei Zeiten, es kann ein gutes oder ein climmes Veiterleben zein. Der älteste Monoteismus ist di Veltancauung der Zoroastrier. Zi glaubten an einen allmäxtigen Cöpfergott Ahura Mazda unt an Himmel unt Hölle, aber di Toten verden nixt gerixtet, zondern fallen durx das Gevixt irer bözen Taten inn di Hölle oder gehen inn den Himmel ein, onedas ir Glaube eine Rolle cpilt. Mit der Einfürung des Jüngsten Gerixts verden di guten oder bösen Taten tsveitrangig, värend der Glaube entceidend vird für den Urteilscpruxx des Allmäxtigen.


Fergänglixkeit

Es ist jedes Mencen eigene Zaxxe, op er darauf hofft, dass mit dem Tod nixt alles tsu Ende ist. Aber ist ein eviges Leben artgerext für den Mencen? Leben heist geboren verden, auftsuvaksen unt tsu lernen, Naxvuks tsu tseugen unt auftsutsihen, tsu arbeiten unt Urlaub tsu maxxen, alt tsu verden unt tsu cterben. Nixts dafon geciht värend eines evigen Lebens. Nach kristlixxer Lere vird der auferctandene Menc ein geclextslozes engelsgleixes Vesen, värend inn Allahs Paradiz di Männer inn irem besten Mannesalter unt di Frauen als grosäugige, jungfräulixxe Houris neu gecaffen verden. Zo bleiben dize Paradizvezen unferändert bis in alle Evigkeit. Aber kann der Ferstorbene zix inn dizem Paradizvezen vidererkennen? Vo ist di Verknüpfung eines zolchen Paradizvezens tsum cterblixxen menclixxen Individuum?

Ernsthaft ist heute nixt mer tsu bectreiten, dass der Menc zix aus der Tirvelt entvikkelt hat; er ist Teil des Lebens auf dizem Planeten. Biologic ist der Untercid tsviccen Menc unt Cimpanze rext gering, unt nixt nur der homo sapiens ist ein Menc. Inn den monoteisticen Religionen kann nur der Menc ein eviges Leben ervarten, aber vo ferläuft di Grentse tsviccen Menc unt Tir? Verden aux di Neandertaler auferctehen? Auserdem gibt es mit einiger Zixxerheit auf (gering gecätst) Millionen erdänlixxen Planeten inn unserer unt anderen Galaksien Leben unt intelligente zelpstbevusste Lebevesen. Verden di nach irem Tod ebenfalls auferctehen oder ist der Menc des Planeten Erde das eintsige auferctehungsvürdige Lebevesen? Unt verden di anderen alle in di Hölle verdammt, veil zi nixt an den Dreifaltigen oder an Allah glauben, oder varen Christus unt Mohamed auch auf anderen Planeten aktiv?

Alles Leben auf dizem unt genau zo auf anderen Planeten ist fergänglich, es entcteht unt ctirbt. Nimand nimt ernsthaft an, con for zeiner Geburt irgendvo eksistirt tsu haben, varum zoll man glauben, nax dem Tode väre das anders?








credo

Fon El bis Allah

Gottgläubigkeit

nax oben